German 15

Ausweichrouten der Reproduktion: Biomedizinische Mobilität by Sven Bergmann

By Sven Bergmann

​Immer mehr Paare und Singles mit Kinderwunsch fahren für eine reproduktionsmedizinische Behandlung ins Ausland; dieses Phänomen wird oft als „Reproduktionstourismus“ bezeichnet. Doch im Mittelpunkt der ethnografischen Studie von Sven Bergmann stehen keine Urlaubsaktivitäten, sondern Ausweichpraktiken wie das Umgehen des Verbots der Eizellspende in Deutschland. Ausgangspunkt der Untersuchung sind zwei Infertilitätskliniken in Spanien und Tschechien. Mittels welcher Praktiken wird in diesen Kliniken Verwandtschaft hergestellt? Welche Rolle spielen Anonymität, Ähnlichkeit und mind's eye, wenn Keimzellen (Sperma und Eizellen) oder Embryonen von unbekannten Dritten gespendet werden? Fragen wie diesen geht der Autor auf der foundation von teilnehmender Beobachtung und Interviews nach.

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M'Charek: 201Ob: 313) M'Charek legt aohand verschiedener Beispiele überzeugend dar, wie dieses relationale Verständnis von Differenz auf die Materialität von ,Race' und Geschlecht bezogen werden kann (M'Charek 201Oa; 2010b). Mittels Haraways Begriff der Interferenz zeigt sie, wie Differenzen nicht im repräsentationalistisehen Sinne als gegebene Tatsachen (matters offact) verstanden werden sollten, sondern als matters of concem, die historisch sitniert, von Moral und Ethik umgeben und "messy" sind (M'Charek 201Ob: 318).

Becker et al. (2005) haben vorgeschlagen, diese gesellschaftliche Konvention und Praxis als ,,resemblance taik" zu bezeichnen. In 148 Interviews mit heterosexuellen Paaren, die mindestens ein Kind mit Keimzellen von Dritten gezeugt haben, wurde deutlich, dass das profane und alltägliche Verhandeln von Ähnlichkeiten von diesen Paaren als permanente Bedrohung empfunden wird, da es die Stigmatisierung der Kinder Die im 17. und 18. Jahrhundert entsrehende Denkweise der Epigenetik, welche die zeugenden und vererbenden Qualitäten von weiblicher und männlicher Zellmaterie anerkannte.

S. society. ) Thompsons US-amerikanische Perspektive auf assistierte Reproduktion, ihre durchaus emphatische Darstellung, wie Kultur, Religion und Ethnizität im Rahmen einer Behandlung ausgehandelt werden, unterscheidet sich stark von deutschen Studien zu IVF. Hauser-Schäublin et al. (2008) etwa nehmen mit ihrem phänomenologischen Analyseraster eine deutlich andere Perspektive ein: Sie sehen eine Spannung zwischen den von der Reproduktionsmedizin objektivierten, medikalisierten und entfremdeten Körpern und der subjektiven Leibeserfahrung der von ihnen interviewten IVF-Patientiunen.

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